Dem kulinarischen Himmel so nah ...
Dem kulinarischen Himmel so nah ...
Ein Sommerabend in München über den Dächern der Stadt.
Es weht ein warmer Wind auf der Dachterrasse des LOUIS Hotel direkt am Viktualienmarkt. Ab und zu hört man Glockenläuten. Und über mir wechseln die Zwillingstürme der Frauenkirche im Abendlicht ihre Farben. Genau wie die Speisen zuvor auf meinen Tellern.
Rooftop-Restaurant The LOUIS Grillroom
Zwischen Viktualienmarkt und Weltreise
Das Rooftop-Restaurant The LOUIS Grillroom liegt mitten im Zentrum der pulsierenden Altstadt und ist ebenso gut versteckt. “Urban Hideaway” ist hier nicht einfach nur ein belangloses Buzzword, sondern trifft es perfekt auf den Punkt.
Neben Lage und Atmosphäre beeindruckt das Restaurant im Freien vor allem durch die Speisen des neuen Chefkochs Marius Pieper, der seit Mai 2026 die Küche übernommen hat. An zwei aufeinanderfolgenden Abenden durfte ich mich durch seine Kreationen probieren und war sehr begeistert von den Geschmackserlebnissen, die er hier auf die Teller gezaubert hat.
Neuer Küchenchef Marius Pieper
Marius Pieper ist vor Kurzem vom Partnerhotel Severin's – The Alpine Retreat aus Lech nach München gekommen. Seine Küche zeichnet sich durch saisonale Zutaten, französische Kochtechniken sowie internationale Einflüsse aus – und im LOUIS werden diese natürlich auch vom Viktualienmarkt direkt vor der Türe inspiriert.
Von all seinen Reisen durch Asien und die USA landen dazu immer wieder Zutaten auf den Tellern, die seine Gerichte zu echten Geschmackserlebnissen machen und auch lange nach dem Besuch noch in sehr guter Erinnerung bleiben.
Angegrillter Spargel
Am ersten Abend startete meine kulinarische Reise mit saisonalem weißem Spargel, leicht angegrillt und mit Forellenkaviar optisch und geschmacklich verziert.
Forellenkaviar bringt kleine salzige Akzente und glänzt im Abendlicht beinahe so intensiv wie die Sonne über München. Dazu sorgen Yuzu und Nussbutter für Frische und Tiefe zugleich.
Der Mango-Avocado-Salat mit gegrillter Black Tiger Garnele, Sweet-Chili Sauce und schwarzem Sesam hat mir kurz darauf zum ersten Mal an diesem Abend vor Glück die Sprache verschlagen.
Himmlischer Mango-Avocado-Salat
Grüne, unreife Mangos sind in der Spitzengastronomie in letzter Zeit oft gern verwendete, subtile Säurelieferanten. Hier ist es glücklicherweise im Gegenteil gerade der intensive Geschmack der orangegelben, vollreifen und sehr süßen Thai-Mango, die im Zusammenspiel mit der Avocado für ein so vollmundiges und cremiges Geschmackserlebnis sorgt – und so für mich zu einem ersten kulinarischen Highlight wird.
Es ist ein Mix aus sommerlicher Exotik, dem gegrillte Black Tiger Garnelen on top mit Sweet-Chili und Schwarzem Sesam zusätzliche Genusskomponenten verleihen.
Geschmorter Pulpo mit Apfel-Sorbet
Der Pulpo, der bewusst nicht auf den Grill kommt
Als Nächstes folgt ein geschmorter Pulpo.
Bei ihm flammte bei mir für einen kurzen Moment ein wenig Enttäuschung auf, da ausgerechnet er im Grillroom nicht vom Grill kam.
Marius Pieper lieferte mir bei einem Gespräch für diese Zubereitungsart aber nicht nur die passenden Argumente, sondern wenig später auch den Beweis auf dem Teller, dass das Schmoren in diesem Fall genau die richtige Entscheidung war.
Eingebettet in einer warmen, weichen Rotwein-Jus mit Krustentierschaum, setzte ein Granny Smith Sorbet einen erfrischenden Fruchtakzent als kühlen Kontrast.
Eine überraschende Kombination, auf die ich selbst niemals gekommen wäre – die aber hervorragend funktioniert.
Spätestens jetzt steht fest: Hier werden Zutaten nicht gegrillt, nur weil es der Name des Restaurants vermuten lässt oder gar verlangt. Sondern nur dann, wenn es dem Gericht guttut.
Gänsehaut zum Onglet
Gänsehaut zum Onglet ist in diesem Fall kein ungewöhnlicher Mix auf dem Teller, den sich der Koch ausgedacht hat. Es ist mein Glücksgefühl, das mich beim Essen des Steaks schon beim ersten Bissen überkommt.
Erstklassiges, extrem zartes Fleisch trifft hier auf würziges Auberginenpüree, Chimichurri und eine kräftige, dunkle Demi-Glace. Besonders bleibt mir die Kombination mit dem würzigen Kräuteröl in Erinnerung, das den intensiven Fleischgeschmack perfekt ergänzt. Ein Gericht voller Umami, Kraft und Tiefe.
Am Ende des ersten Abends komme ich um ein sehr zufriedenes Lächeln nicht herum. So ausgezeichnet harmonieren die Produkte mit den Zutaten, die der neue Chef Marius Pieper hier in diesem einzigartigen Ambiente heute aufgetischt hat.
Das zweite Dinner mit einer schweren Entscheidung
Am zweiten Abend bin ich kurz davor einfach noch einmal das Gleiche zu bestellen, wie bei meinem ersten Restaurant-Besuch.
Die Sicherheit mich noch ein zweites Mal demselben Genuss hingeben zu können, tausche ich mit ein bisschen Zögern – und auf Empfehlung des Kochs – gegen andere, aber keineswegs weniger spannende Geschmackserlebnisse.
Trio vom Kohlrabi (vegetarisch)
Den Auftakt macht am zweiten Abend ein vegetarisches Trio vom Kohlrabi mit Yuzu Emulsion und etwas Haselnuss für den Crunch on Top. Das Trio von Kohlrabi ist ein eleganter, leichter Einstieg, der den Kohlrabi bewusst im Mittelpunkt stehen lässt. Selbstverständlich ist dieses Gericht etwas milder im Geschmack. Mit Yuzu und Kräuteröl aber fein akzentuiert und ein klares Argument für (hauptsächlich) lokale Zutaten vom Markt und vegetarische Küche im Allgemeinen – die leider immer noch viel zu oft unterschätzt oder abgelehnt wird.
Ceviche von der Dorade
Ceviche von der Dorade mit Avocado verlässt danach die heimischen Sphären fast vollständig und bringt mit eingelegter Roten Zwiebel und Leche de Tigre einmal mehr die weite Welt mit sommerlichen Einflüssen auf den Teller.
Authentische Tom Kha
Von Peru geht die Reise danach Richtung Thailand. Und beamt die Gäste für ein paar Momente vom Münchner Viktualienmarkt an einen Bangkoker Streetfood-Stand.
Freilich nur sinnbildlich in einem feineren Ambiente und mit ein paar raffinierten Extras. Gari, der japanische Sushi-Ingwer, verleiht dem Gericht mit Kokosmilch hier die gewisse Schärfe.
Bemerkenswert ist hier ebenso, dass es sich um eine vegane Variante der thailändischen Suppe handelt, die traditionell mit Huhn oder Garnelen serviert wird.
Augenschmaus zum Abschluss
Als Hauptgang wird mir zum guten Schluss das geröstete Wolfsbarschfilet serviert.
Schon optisch gehört es zu den schönsten Speisen der beiden Abende.
Saiblingskaviar, Kartoffel-Pops, Grapefruit, Zitronenverbene und ein feiner Harissaschaum sorgen für eine erstaunliche Vielfalt an Farben und Geschmacksrichtungen. Fruchtige Bitterkeit, dezente Schärfe, salzige Akzente und die feine Struktur des Fisches ergänzen sich hervorragend.
Spätestens jetzt wird klar, wie abwechslungsreich das Menu im LOUIS Grillroom ist, das auch saisonal, zu unterschiedlichen Anlässen und durch “Weekly Specials” zusätzlich ergänzt wird.
Zwei kulinarisch unterschiedliche Abende ließen bei mir keine Wünsche offen und bieten dazu ein einzigartiges Ambiente über den Dächern von München mit Blick auf die Türme der Frauenkirche, Alter Peter und Rathaus.
Drinks auf der Dachterasse
Wer laue Sommernächte ausschließlich bei einem Drink ausklingen lassen möchte, ist auf der Dachterrasse des LOUIS Hotel ebenfalls bestens aufgehoben.
Eine große Getränkekarte mit hochwertigen Weinen, Klassikern des Hauses, fein abgestimmten Cocktails und verschiedenen Spritz-Varianten bereichern das kulinarische Angebot.
Nach dem Essen oder unabhängig davon sind auch die Dessert-Drinks sehr verlockend. Espresso Martini Affogato, Tiramisu Espresso Martini oder White Russian dürften Kaffeeliebhaber überzeugen.
Für mich wurde der Grashopper (mit Crème de Menthe, Crème de Cacao und Sahne) am Ende meiner Reise zum passenden Betthupferl für süße Träume über dem Viktualienmarkt.
Frühstück im LOUIS
Wer glaubt, das kulinarische Erlebnis im LOUIS beginne erst am Abend, wird bereits beim Frühstück eines Besseren belehrt.
Während München langsam erwacht, draußen vor dem Fenster die Marktstände aufgebaut und auf dem Eisbach die ersten Wellen geritten werden, beginnt der Morgen hier angenehm entschleunigt.
In der ersten Etage mit Blick auf den Viktualienmarkt wird das Frühstück überwiegend à la Carte serviert – eine Entscheidung, die hervorragend zum Charakter des Hauses passt.
Statt hektischer Wege zwischen langen Buffets bleibt Zeit, den Kaffee zu genießen und den Blick über den Viktualienmarkt schweifen zu lassen.
Wer in der bayerischen Landeshauptstadt den Tag beginnt, sollte sich ein traditionelles Weißwurstfrühstück nicht entgehen lassen.
Das LOUIS schafft aber auch bei der ersten Mahlzeit des Tages wieder den kulinarischen Spagat und ruht sich nicht auf lokalen Spezialitäten aus.
Mindestens ebenso zu empfehlen sind daher die kreativen Frühstücksgerichte, die weit über das Bayerische und Frühstücksbuffets in anderen Hotels hinausgehen.
Eine umfangreiche Speisekarte mit internationalen Klassikern wie pochierten Eiern, Pancakes und verschiedenste, geröstete Vollkornbrote mit Rezepten u.a. aus Rom, Riad und Paris lassen keine Wünsche offen.
Auch vegetarische und vegane Angebote sind reichhaltig verfügbar.
Meine besondere Empfehlung geht zur “Erdbeer-Power-Bowl” mit angefrorenem Acai. Sie sorgt für einen überraschend erfrischenden Start in den Tag.
FAZIT
Wer im LOUIS lediglich übernachtet oder die Dachterrasse nur für einen Drink besucht, verpasst einen wesentlichen Teil dieses Hauses. Denn The LOUIS Grillroom ist weit mehr als das Hotelrestaurant eines Designhotels.
Es verbindet auf der versteckten Dachterrasse eine einzigartige Atmosphäre mit saisonalen Produkten aus der Region und vom Viktualienmarkt mit vielseitigen, wie beeindruckenden Geschmackserlebnissen.
Dabei bleibt es angenehm unaufgeregt und konzentriert sich auf das Wesentliche: hervorragende Zutaten, kreative Rezept-Ideen und ein Ambiente, wie man es mitten im Zentrum Münchens kaum erwarten würde.
Umgesetzt wird das Ganze vom neuen Küchenchef Marius Pieper, der Alpine Küche mit asiatischen Einflüssen sowie Gerichten und Ideen kombiniert, die er auf all seinen Reisen gesammelt hat. Er kreiert dabei Aromen mit Tiefe, die in Erinnerung bleiben - und zwar in sehr guter.
Der Koch, der im Mai 2026 die Küche im The LOUIS Grillroom übernommen hat, passt dabei bestens zu Hotel und Rooftop-Restaurant. Zurückhaltend und ruhig in seiner Art, aber ausgesprochen ausdrucksstark und intensiv bei Speisen, Zutaten und Gewürzen.
In Lech werden nun sicher einige sehr traurig sein, dass er nicht mehr da ist.
In München können sich Hotelgäste genau wie Locals dagegen sehr glücklich schätzen, diesen Spitzenkoch nun in der Stadt zu haben.
Selten war ich dem kulinarischen und echten Münchner Himmel näher als an diesen beiden Sommerabenden im Rooftop-Restaurant des LOUIS Hotels.
Denn genau wie das LOUIS Hotel ist auch The LOUIS Grillroom ein echtes Urban Hideaway – ruhig, persönlich und voller außergewöhnlicher Details.