Eine kulinarische Exkursion durch die faszinierende Südheide
Eine kulinarische Exkursion durch die faszinierende Südheide
Es gibt nicht sehr viele Regionen in Deutschland in denen Natur und Kulinarik eine so genussvolle Symbiose bilden. Die Südheide, nördlich von Celle rund um Müden, ein staatlich anerkannter Erholungsort, ist ein wichtiger Teil dieses Teams. Der Ort liegt eingebettet zwischen riesigen Heide- und Waldgebieten. Müden wurde erstmalig im 11. Jahrhundert erwähnt und ist seit Beginn der 1900er Jahre ein Ruheort und Inspiration für verschiedene Künstler, wie den Maler Fritz Flebbe, den Schriftstellern Herman Löns und Richard Linde gewesen. Beide Autoren waren der Natur sehr verbunden und wussten die wunderbare Landschaft als auch die regionalen Spezialitäten zu schätzen.
Bekannt und beliebt ist der Heidehonig. Wegen seiner intensiven Aromen, die den Geschmack der Heide widerspiegeln, hat er viele Auszeichnungen und Urkunden erhalten.
Prägend für die Region sind die Heidschnucken-Herden. Sie dienen dem Landschaftserhalt und Naturschutz. Herden bis zu 600 Schafe sind nicht ungewöhnlich. Wer mehr über diese besondere Schafrasse erfahren möchte, kann gerne einen Schäfer für einige Stunden begleiten. Gourmets wissen das sehr schmackhafte Fleisch zu schätzen. Ein Heidschnucken-Braten gehört zu den Spezialitäten der hiesigen Gastronomie und gilt als exklusiver Genuss.
Für das Romantik Posthotel seit 1877 das erste Haus in Müden, ein gemütliches 4-Sternehotel mit hervorragender Gastronomie, ist das Gericht die Signatur des Küchenchefs Alexander Niemeyer, der mit Hilfe seiner Schwester Jessica das Haus leitet.
Das Ambiente des Restaurants „Schäferstube“ ist eine Reminiszenz an die Heimat und lädt zum Genuss mit weiteren Heidespezialitäten ein.
Eine weiteres, weit über die Grenzen bekanntes Agrarprodukt sind die Heidekartoffeln des Landwirt Tewes. Auf dem Hof, erbaut 1437, werden nur, das aber sehr erfolgreich, verschiedene Kartoffelsorten angebaut.
Kuchenliebhaber sollten unbedingt das Café „Olle Müllern-Schün“ besuchen. Das Café wurde berühmt durch Ria Springhorn, die 2006 bei der Norddeutschen Tortenmeisterschaft den 1. Platz belegte und Furore machte. Ihr Sohn Jasper und Ehefrau Kathrin führen das Haus ganz im Sinne der ehemaligen Besitzerin weiter. Geschmack, Aroma und die Größe der Tortenstücke gelten als einmalig. Die Champagnertorte und die Sanddorntorte sind die absoluten Favoriten bei den Gästen.
Nach all den Kalorien empfehlen wir wunderbare Wanderwege ob in den Nachbarort Faßberg, zum Denkmal der Berliner Luftbrücke oder zum Gedenkstein von Hermann Löns am Wietzer Berg. Wandern, Landschaft bewundern und Natur entdecken, das ist Südheide pur und Entspannung zu gleich.
Wer einmal hier ist sollte unbedingt das historische Tor zur Südheide, die Stadt Celle, nicht auslassen. Diese akribisch renovierte Altstadt mit ihren herrlichen Fachwerkbauten ist eine Augenweide für Kultur- und Geschichtsinteressierte.
Im „Provisor“, das waren einst die Helfer der Apothekenbesitzer, wird seit über 100 Jahren und zwar nur hier, der „Wunderheiltrank Alter Provisor“ nach überliefertem, bis heute geheimen Rezept, hergestellt.
Die Inhaltsstoffe des Likörs sollen angeblich eine heilende Wirkung auf Galle und Leber haben. Probieren Sie es einfach selber aus.
Exklusive kulinarische Zutaten und Gewürze findet man im Zapfhahn, dieses beeindruckende Geschäft ist ein Kleinod für alle die gerne gut essen und kochen. Wer Zeit hat genießt entspannt im Hinterhof an einem der wenigen Tische, eine Tasse Kaffee oder ein Glas Wein.
Eine Führung durch die ehemalige Residenz der Herzöge Braunschweig Lüneburg (Celler Schloss) ist ein unbedingtes MUSS wenn man in Celle ist. Hier wir Stadtgeschichte, Kultur und Celler Lebensart anschaulich vermittelt. Das 1674 eröffnete Schlosstheater ist noch heute das kulturelle Zentrum der Stadt. Hier spielt die Kulturszene buchstäblich die erste Geige.
Auch Feinschmecker finden in Celle genussvolle Abwechslung, von der lokalen Spezialität, „Celler rohe Roulade“ bis hin zum Fine Dining im noblen Hotel „Fürstenhof“.
Wie heißt es doch so passend: Ein Besuch in Celle ist eine Wohltat für die Seele.
Halten Sie es mit unserem großen Dichterfürst J. W. v. Goethe, der in seinem Gedicht „Erinnerung“ schon festhielt: Warum denn in die Ferne schweifen, siehe das Gute liegt so nah.
Bleibt anzumerken: Die Südheide mit ihrer „Metropole“ Celle ist das Gute und mehr als eine Reise wert.
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